Die Einweihung der in den Jahren 1954 und 1955 erbauten Brechenmacher-Schule erfolgte am Dienstag, den 10. Januar 1956. Darüber berichtete die »Schwäbische Zeitung« am selben Tag:
„Der 10. Januar 1956 verdient es in der Saulgauer Heimatgeschichte besonders vermerkt zu werden. Nach 20-monatiger Bauzeit können neue Volksschulgebäude, die am östlichen Stadtrand, in unmittelbarer Nähe des Oberschwabenstadions im Anschluß an das Schulviertel entstanden sind, eingeweiht und feierlich ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Saulgauer Schuljugend hat eine vorbildliche Unterrichtsstätte erhalten. Dem Bürgermeister der Stadt, Dr. Josef Drescher, Rektor Karl Gelder, dem Gemeinderat und insbesondere den Steuerzahlern gebührt für die Verwirklichung des Projekts der Dank der Schüler, Eltern und Lehrer, ja der ganzen Bevölkerung. Sie haben ein Werk geschaffen, auf das Generationen, nach uns noch stolz sein können. Ein großzügiger Grundriß gibt dem in aufgelockerter Flachbauweise erstellten Bauwerk ein profiliertes Gesicht. Die gesamte Anlage in ihrer klaren Form und modernen Auffassung, alle Räume erfüllt von hellem Licht, atmen eine erfreuliche Frische und die Art freier Wohnlichkeit. Architekt Walter Salver von Stuttgart, der Baumeister der neuen Schule, hat nicht nur die bauliche Aufgabe mustergültig gelöst und dem Geist der neuen schulischen Erziehung in einer beglückenden Harmonie von Farben und Formen stofflichen Ausdruck gegeben, sondern ist beim Bau dieses Schulhauses neue Wege gegangen, die das Augenmerk weiter Kreise auf sich lenken. Die von einer parkähnlichen Anlage umgebene Schule ist mehrtraktig und in Mischbauweise erstellt. Besonderes Augenmerk lenken die gut eingerichteten Lehrsäle, die Hauswirtschaftsschule, ein großer Gymnastiksaal und ein Lehrschwimmbecken auf sich“.
Der damalige Rektor der Schule, Karl Gelder, beschreibt das ihm in Anwesenheit von vielen prominenten Gästen übergebene Schulgebäude mit folgenden Worten:
“Der Bau ist aufgelockert in mehrere Teile, die sinnvoll und formschön im Flachbaustil, wie er heute auf der ganzen Welt bei Schulbauten bevorzugt ist, miteinander verbunden sind. Das Ganze umschließt eine schöne gärtnerische Anlage und ein sauberer Pausenhof. Das Innere unserer neuen Schule trägt dem berechtigten Verlangen des Kindes nach Raum, Licht, Luft und gediegener Schönheit weitgehend Rechnung. So ist unser Volksschulneubau also der sichtbare Ausdruck einer neuen Pädagogik, das heißt einer neuen Aufgabe am Kinde. Gemeinderat und Stadtverwaltung, wohlberaten von einem fähigen und erfahrenen Schulbauarchitekten, sahen sich dieser Aufgabe verpflichtet und haben daher im Rahmen des Maßvollen und finanziell Vertretbaren ein Bauwerk geschaffen, das auf viele Jahrzehnte hinaus dem Dienst an Jugend und Volk gewidmet ist und der ganzen Stadt zur Ehre gereicht“.
Der Umzug der Schüler in die neuen Klassenräume erfolgte einen Tag nach der feierlichen Einweihung, also am Mittwoch, dem 11. Januar 1956.